14. Juni 2018

Zeig mir deine Hände und ich sage dir, ob du ein Pole Dancer bist!

Pole Dancer erkennt man an den Händen



Wer mit Pole Dance beginnt, kann sich von seinen zarten, schwachen Händen verabschieden. Ich kann mittlerweile sehr gut zupacken und wurde auch schon häufiger auf meinen schön kräftigen Händedruck angesprochen. Allerdings habe ich auch Hornhaut an den Handballen und Fingern bekommen – ja sogar zwischen den Fingern!

Hornhaut an sich ist ja erst einmal nicht schlecht. Hornhaut bildet sich  dort, wo die Haut einer permanenten Beanspruchung durch Druck unterliegt.  Die  Zellen der oberen Hautschichten wandeln sich in  die abgestorbenen, robusten Hornzellen um und bilden so eine Schutzschicht für die darunterliegenden Hautschichten.

Ich bin auch ein bisschen stolz darauf, dass man sehen kann, dass ich mit meinen Händen „arbeite“. Weniger schön ist jedoch, wenn die Hornhaut rissig wird oder anfängt sich zu pellen. So sieht man viele Pole Dancer oft während einer Unterhaltung nebenher an ihren Händen beziehungsweise an der rissigen Hornhaut herumfriemeln.

Zusätzlich zum ständigen Druck werden unsere Hände noch durch diverse Grip-Mittel beansprucht, von denen viele die Haut austrocknen. Daher gilt: Nach dem Training am besten direkt jegliche Grip-Mittel wieder von den Händen waschen. Außerdem solltet ihr eure Hände mit Feuchtigkeit versorgen.

Beanspruchte Hände richtig pflegen


Viele Polerinas haben Angst davor sich die Hände einzucremen, weil sie natürlich nicht riskieren wollen, dass sie an der Stange rutschen. Es gibt aber einige Handcremes, die sehr schnell einziehen und dabei keinen fettigen Film auf den Händen hinterlassen. Ich schwöre ja immer auf die Lindesa* – eine Hautschutz- und Pflegecreme mit Bienenwachs, die ich bedenkenlos auch vor dem Training auftragen kann.

Hands Bar* wurde eigentlich für Kletterer entwickelt. Das könnt ihr direkt auf die Haut reiben und sofort bildet sich eine schützende Schicht. Ideal für nach dem Training oder vor dem Zubettgehen.

Zusätzlich könnt ihr eure Hände mit einem gelegentlichen Peeling geschmeidig halten, damit die Hornhautbildung gar nicht erst so stark werden kann, dass sich schmerzhafte Schwielen bilden. Peelings speziell für die Hände gibt es zum Beispiel bei the Body Shop*. Oder ihr macht euch einfach selbst eines.
Dazu einfach 2 EL Kaffesatz, 1 EL Honig, und 1 EL Wasser miteinander verrühren und zwischen den Händen verreiben.



Was tun, wenn ihr bereits aufgerissene Hornhaut oder Blasen habt?


Bei rissiger Hornhaut und Blasen können Blasenpflaster aus dem Drogeriemarkt Linderung verschaffen. Denn sie fördern die Hautheilung und sind dicker gepolstert als normale Pflaster. Wer damit unbedingt weiter Sport machen will, kann sich Handschuhe mit Grip, zum Beispiel von Mighty Grip*, anziehen.




* Hinweis: Die Produkte, die ich in diesem Artikel nenne, empfehle ich euch einfach nur aus meiner persönlicher Erfahrung heraus. Ich wwerde dafür nicht bezahlt. 😊 [Unbezahlte Werbung]



17. April 2018

XPert Flexibility Flow Teacher Training - meine Erfahrung






Seit ich mit Pole Dance begonnen habe, dehne ich mich mehr oder weniger regelmäßig.  Dabei hat es mich von Anfang an interessiert, wie man richtig und effektiv dehnt und was zu beachten ist (Stichwort Hüftknochen parallel beim Spagat) - schließlich wollte ich ja auch Fortschritte machen!

2. März 2018

Kleines 1 x 1 des Dehnens - was, wann und wie


Regelmäßiges Dehnen ist für Pole Dance so wichtig, um Stück für Stück flexibler zu werden. Aber wann und wie dehnt ihr euch eigentlich am besten? Es gibt viele Meinungen zu diesem Thema und auch viele gutgemeinte Ratschläge, die jedoch nicht alle so gut für euren Körper sind.

Pole Dance trotz Hypermobilität?


Bisher hat mir fast jeder Orthopäde aufgrund meiner Hypermobilität davon abgeraten Pole Dance zu machen.

Hypermobilität bedeutet, dass die Gelenke (dazu gehören Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln und Knorpel) nicht ganz stabil sind und sich infolge dessen oft über den „normalen“ Bereich hinaus bewegen lassen. Bei Frauen sieht man dies besonders häufig im Bereich der Ellbogen, was an sich nicht ungewöhnlich ist. Eine leichte Hypermobilität kommt laut meiner Physiotherapeutin sehr häufig vor. Ist die Hypermobilität allerdings ausgeprägter, muss man vorsichtiger mit seinem Körper umgehen.

Hypermobilität
Ein "normaler" Ellbogen im Vergleich
zu einem hypermobilen u. überstreckten

Wenn man hypermobil ist, ist es besonders wichtig alles aus der Kraft heraus zu halten und niemals in den Gelenken zu hängen. Ich habe leider schon oft davon gehört, dass ein Trainer empfiehlt, den Arm komplett durchzustrecken, wenn die Kraft noch nicht ausreicht. Der Trick Butterfly ist hierfür ein Beispiel. Dieser zweifelhafte Tipp ist grundsätzlich gefährlich, aber für hypermobile Menschen können daraus starke Schmerzen resultieren!  Der Ellbogen sollte hierbei immer ganz leicht gebeugt sein, sodass ihr euch mit der Kraft eurer Arme nach oben hin stützt. Wenn die Kraft dafür noch nicht ausreicht, dann sollte man die Finger von diesem Trick lassen. Das gilt natürlich nicht nur für diesen Trick, sondern grundsätzlich immer… Ich weiß, jeder von uns hat sich schon in Tricks hineingezwängt, die eigentlich noch eine Stufe zu schwer sind… Aber erstens sieht man das den gehaltenen Figuren dann oft an und zweitens fallt ihr schlimmstenfalls monatelang aus, weil ihr euch verletzt habt. Also: immer erst Kraft und Technik trainieren!

Griffkraft trainierenKomplett durchgestreckte Arme sieht man meistens, wenn den Unterarmen noch etwas Kraft fehlt. Gerade für hypermobile Menschen gilt also: Bevor ihr euch an solche Überkopf-Figuren wagt, sorgt dafür, dass eure Unterarme stark genug sind. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Ihr könnt so einen Powerball benutzen – ich habe so einen und kann ihn nur wärmstens empfehlen. Ihr könnt aber auch einfach kleine Gewichte oder eine Wasserflasche in jede Hand nehmen und dann damit eure Unterarme trainieren. Nebenbei trainiert ihr damit auch eure Griffkraft und die ist schließlich auch wichtig!

Starke Muskeln geben den Gelenken Halt!


Wenn ihr hypermobil seid, lasst euch nicht direkt von eurem Arzt entmutigen. Viele Ärzte sagen direkt, dass ihr keinen Sport mehr machen dürft. Natürlich ist es auch immer stark von euren Beschwerden abhängig, was geht und was nicht. Generell gilt aber: verpackt ihr eure Gelenke in feste Muskelpakete, sitzen diese stabiler. Zusätzliches Krafttraining ist also auf jeden Fall sinnvoll, um euren Schultern, Knien, Hüftgelenken, etc. mehr Halt zu geben.



Wenn ihr hypermobil seid und trotzdem nicht auf Pole Dance verzichten wollt, solltet ihr auf folgendes achten:

Hypermobilität & Pole Dance - Checkliste

  • Achtet auf starke Unterarme und Schultern – hier verbirgt sich oft die größte Verletzungsanfälligkeit
  • Achtet darauf eure Handgelenke gerade zu halten und eure Ellbogen niemals komplett zu (über)strecken
  • Sucht euch gute Trainer, die wissen, wie ihr eure Gelenke schützt. Ein Trainer, der stabile Gelenke hat, denkt vielleicht trotzdem ab und zu nicht daran, dass gewisse Bewegungen für jemanden mit hypermobilen Gelenken eine größere Herausforderung beziehungsweise ein größeres Verletzungsrisiko darstellen. Also erinnert eure Trainer ruhig daran. ;)
  • Hört auf euren Körper! Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, lasst es. Fragt lieber nach, ob ihr es anders machen könnt. Wenn ihr Schmerzen habt, kämpft euch nicht durch den Schmerz hindurch. In vielen Situationen mag es passen, aber hierbei ist es kontraproduktiv. Sucht euch etwas anderes, an dem ihr arbeiten könnt – wechselt beispielsweise von tricklastigem Pole Fitness zu Exotic Pole Dance.
  • Seid geduldig! Baut langsam genug Stärke auf, um eure Gelenke zu unterstützen und nehmt euch Zeit, die Technik zu lernen

Auch hypermobile Personen können sich dehnen!

Jeder Orthopäde wird euch sofort mit schreckgeweiteten Augen anstarren, wenn ihr (als hypermobile Person) erklärt, dass ihr beweglicher werden wollt. Sie möchten am liebsten alles in Schienen und Tapes verpacken, sodass ihr eure Gelenke nur noch sehr eingeschränkt bewegen könnt. Klar, so ist die Gefahr, dass ihr sie zu weit bewegt, gebannt. Aber Dehnen kann, wenn ihr es richtig macht, trotz allem kein Problem darstellen und ist im Gegenteil sogar gesund! Ihr solltet euch natürlich niemals ruckartig dehnen und schon gar nicht weiter gehen, als es eure Muskeln zulassen wollen. Denn was ihr dehnt, das sind eure Muskeln und Faszien; nicht eure Gelenke oder Bänder - deren Länge ist genetisch festgelegt. Pole Mimi hat dazu auch einen Interessanten Blog Post geschrieben. 

Ich habe mich im Alltag mit meiner Hypermobilität arangiert


Ich persönlich habe durch die Hypermobilität ziemliche Probleme mit meinem Handgelenk. Deswegen trainiere ich regelmäßig sowohl meine Unterarme als auch meine Hände – leider ist das Handgelenk an sich ja nicht unbedingt von Muskelbergen umgeben. Deshalb achte ich sehr darauf, mein Handgelenk nicht stark zu belasten und es immer gerade zu halten. Handstände fallen für mich komplett weg, für Liegestütze etc. habe ich spezielle Griffe, damit ich auch dabei meine Handgelenke gerade (und somit stabil) halten kann. Am Arbeitsplatz im Büro nutze ich eine ergonomische Maus, um auch hier meine Hand und meinen Unterarm nicht zu verdrehen. Den Twisted Grip nutze ich beim Pole Dance nur äußerst selten.


Außerdem habe ich oft Schmerzen in meiner Hüfte, die durch langes Sitzen im Büro noch verstärkt werden. Darum habe ich bei der Physiotherapie einige Übungen gezeigt bekommen, die ich sowohl mit als auch ohne Geräte machen kann, um vor allem meinen Hüftbeuger zu stärken und ihn immer wieder zu dehnen.

Pole Dance ist ja zum Glück eine Sportart, die den Rücken sehr gut kräftigt. Da ich aber im unteren Rücken recht instabil bin, trainiere ich zusätzlich meinen unteren Rücken und Bauch.


Ich hoffe ihr lasst euch von den pessimistischen Aussagen à la "Hypermobilität und Sport?! Das geht nicht!" nicht entmutigen!




* Hinweis: Die Produkte, die ich in diesem Artikel nenne, empfehle ich euch einfach nur aus meiner persönlicher Erfahrung heraus. Ich wwerde dafür nicht bezahlt. 😊 [Unbezahlte Werbung]

16. Januar 2018

Übelkeit und Schwindel an der Spinning Pole


Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich mit Anfang Zwanzig im Freizeitpark war und zusammen mit Freunden auf einem dieser Fahrgeschäfte war, wo man in großen Tassen sitzt, die sich permanent um die eigene Achse drehen… Mit grünlichem Gesicht, sehr wackeligen Beinen und den Tränen nahe bin ich später wieder aus dieser eigentlich auch für Kinder geigneten Attraktion heraus gekrochen. 😵 Mir war speiübel, wie immer, wenn ich ein paar Drehungen zu viel mache.

Jahre später hat ausgerechnet Pole Dance meine Leidenschaft entfacht. Ein Sport, bei dem man ständig Drehungen um die eigene Achse vollführt – am besten noch kopfüber! Ich liebe Pole Dance sowohl an der Static Pole als auch an der Spinning Pole.  Allerdings gibt es für mich einige Dinge zu beachten, um meine Übelkeit zu reduzieren.

Das hilft bei Übelkeit an der Spinning Pole

Spins kontrollierte ausüben


Motion SicknessAtemberaubend schnelle Spins, bei denen man wie ein Tornado durch die Luft wirbelt, sind bei mir leider nicht drin. Stattdessen achte ich darauf immer sehr kontrolliert in einen Spin hineinzugehen und wieder heraus zukommen. Auch beim Klettern achte ich darauf, nicht ruckartig nach oben zu kommen, sondern langsam aufzurollen und mit dem Oberkörper der Drehung der Stange zu folgen. So verhindere ich, dass ich immer schneller werde. Eine relativ gleichbleibende Geschwindigkeit in der Drehung hilft mir sehr gegen Übelkeit. Sollte es mir doch zu schnell werden, steure ich mit ausladenden Bewegungen und Figuren (zum Beispiel Pole Seat mit lang ausgestreckten Beinen oder Butterfly) gegen.

Akupressur


Akkupressurarmbänder gibt es in allen Farben und Variationen. Sie sehen aus wie diese Schweißarmbänder, die man beim Tennis trägt und haben eine kleine Kugel eingearbeitet, die auf der Innenseite eures Handgelenks Druck aussübt. Laut diverser Studien sind diese gegen Übelkeit und Brechreiz wirksam. Man kann sie problemlos beim Pole Dance tragen, weil sie sehr eng sitzen und nicht so leicht verrutschen. Gibt's zum Beispiel hier*.

Tabletten gegen Reiseübelkeit

Wenn es euch doch mal erwischt und euch auch nach dem Training länger schlecht ist, können euch auch Tabletten speziell gegen Reiseübelkeit helfen. Mich haben die schon das eine oder andere Mal gerettet. 😉 Habt am besten für den Notfall immer schnell wirkende in eurer Trainingstasche dabei.

Ingwer


Ingwer ist ein tolles Mittel gegen Übelkeit! Ihr könnt euch Tee aus frischem Ingwer zubereiten, den ihr am Tag eures Pole Trainings trinkt. Dazu schneidet ihr einfach etwas Ingwer in Stücke und übergießt  ihn mit kochendem Wasser. Nach Geschmack etwa Honig hinzufügen, ziehen lassen, fertig. Aus Ingwer kann man sich auch ganz einfach eine leckere Limonade machen, die man dann auch super während des Trainings trinken kann. Es gibt aber auch Ingwer-Lutschtabletten, die ihr im Drogeriemarkt oder in der Apotheke bekommt.

Ingwer Limonade
10 cm  Ingwer                                      Zutaten mit kochendem Wasser übergießen
1          Zitrone / Orange / Limone     Sollte euch die Limonade zu scharf werden,
75 g     Zucker                                      (das kommt auch immer auf den Ingwer an)
1 l        kochendes Wasser                    nehmt ihr den Ingwer einfach wieder heraus.

 

Aber vielleicht gehört ihr auch zu denjenigen, denen eher schwindelig wird.

Das hilft bei Schwindel an der Spinning Pole

Auf die Stange schauen

DizzinessManch einem hilft es gegen Schwindel, während der Drehung auf die Stange zu schauen. Gegen Übelkeit hilft das allerdings nicht - ich habe es selbst ausprobiert 😉 . Im Gegenteil, dadurch wird es sogar noch schlimmer!

In die andere Richtung drehen

In einer Choreographie solltet ihr immer versuchen, euch mal in die eine, mal in die andere Richtung zu drehen. Wenn euch bereits schwindelig ist, versucht es mal damit: dreht euch einmal schnell in die entgegengesetzte Richtung. Dann sollte das Drehen nachlassen.


Wieso uns schwindlig oder übel, wenn wir uns drehen?

Im Grunde liegt es daran, dass unser Körper Bewegung fühlt, die unsere Augen nicht entsprechend wahrnehmen (oder auch umgekehrt). Man denke nur an die klassische Seekrankheit, wo wir die ständigen Wellenbewegungen wahrnehmen, aber durch die Weite des Meeres die Bewegungen nicht sehen. Sehr schön auch bei wissen.de erklärt.


Habt ihr noch weitere Tipps, die gegen Übelkeit oder Schwindel helfen?




* Hinweis: Die Produkte, die ich in diesem Artikel nenne, empfehle ich euch einfach nur aus meiner persönlicher Erfahrung heraus. Ich wwerde dafür nicht bezahlt. 😊 [Unbezahlte Werbung]